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Nach 1 1/2 Wochen harter Arbeit in der Produktion von Wonderlay (mein Ruecken schmerzt immer noch – Lohn der Arbeit 700 Dollar) bin ich gestern von Brisbane nach Canberra geflogen. Am Montag musste ich uebrigens noch in Brisbane dem Zahnarzt einen Besuch abstatten – Kostenpunkt: 230 Dollar. Dienstag hatte ich auch noch ein Job Interwiev als Data Operator fuer Telstra – Nachteil: Arbeitszeit von 24 Uhr – 6.40 Uhr am naechsten Tag…
In Canberra hat mich erstmal die Kaelte geschockt. Gestern Abend und heute frueh waren sicher unter 10 Grad. Auch sieht hier alles viel herbstlicher und europaeischer aus als in Brisbane. An meinem einzigen Tag in der Haupstadt Australiens habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen (nach dem die Sonne schien, war es ganz angenehm von den Temperaturen) und habe das Australia National Museum, das Parlament House und das War Mermorial besucht. Bei meinem Besuch im Parlament House hatte ich Glueck, das Parlament hat gerade Sitzung. So konnte ich u.a. Premier John Howard aus neachster Naehe erleben. Alle 3 Sehenswuerdigkeiten sind einen Besuch wert. Mehr Zeit haette ich gern im War Memorial verbracht, aber leider schliessen oeffentliche Einrichtung 17 Uhr in Australien. Im Museum konnte man u.a. eine ME 262 und eine ME Komet besichtigen sowie sehr viel ueber die australische Kriegsgeschichte erfahren. Zwischendurch habe ich auch noch eine Runde durch das Botschaftsviertel gedreht. Canberra errinnert mich irgendwie an meine Zeit in Bonn…
Morgen geht es dann mit dem Zug nach Albury, von dort mit dem Bus nach Mt.Beauty und schliesslich mit meinem zukuenftigen Arbeitgeber nach Fall Creek. Denn Vertrag habe ich erhalten, ich bin gespannt.
So schnell kann es manchmal gehen. Kurz nach meinen gestrigen Eintrag erhielt ich eine SMS, dass ich ab Montag 2 Wochen in der Matratzenfabrik arbeiten kann. Diesmal wird es eine andere Taetigkeit in der Produktion sein, denn ich musste mir Schuhe mit Stahlkappen kaufen. Fuer 2 Wochen lohnt sich der Kauf vielleicht nicht ganz, aber ich werde die Schuhe sicher noch mal brauchen. In den Snowy Mountains kann ich damit auch besser im Schnee laufen, als mit Laufschuhen.
Zum sicheren Job im Skigebiet fehlt mir nur noch der Vertrag. Gestern habe ich auch das Problem mit der Hinfahrt geloest. Jetzt werde ich am 23. oder 24. Mai von Brisbane nach Canberra fliegen. Leider bleibt mir nicht viel Zeit um die Stadt anzuschauen. Am 25. Mai fahre ich dann mit dem Zug nach Albury, wo mich ein Bus nach Mt. Beauty faehrt. Von dort holt mich meiner Arbeitgeber (hoffentlich) ab.

Nach ueber 20 Tagen gibt es nun wieder einen Eintrag. Viel ist passiert in dieser Zeit. Ich lernte Leute kennen und musste mich aber von einigen wieder verabschieden. Ich sah traumhafte Straende, Delphine, Schildkroeten und sogar einen Wal. Mit 2 Deutschen wanderte ich durch den Lamington Nationalpark und bestaunte die gigantischen Baeumen und den Regenwald. Die Brisabne Broncos, ein Rugby League Team, wurden von Casper aus Daenemark und mir angefeuert. Es half nichts, das Team verlor klar gegen Melbourne.
Die Jobsuche war relativ erfolglos. Einen befristeten Office Job habe ich in 3 Wochen nicht gefunden. Meine Ansprueche waren fuer einen Backpacker auch gehoben. Man sollte jedoch nie aufgeben und 3 Wochen ist auch keine zu lange Zeit. Mittlerweile bin ich bei 4 grossen Job Agency registriert. Vielleicht ergibt sich in der naechsten Woche etwas. Heute erhielt ich eine Anfrage fuer einen Job in einer Regierungsorganisation. Die Aufgabe ist die Website zu pflegen (optimal) und Meeting Memos zu schreiben (naja). Der Job ist Part-Time und wenn Sie mich haben wollen rufen Sie bis heute abend an. Vorgestern gab es ein aehnliches Angebot, aber ich war nicht erfolgreich. Die Jobsuche gestaltet sich aufgrund fehlender Erfahrung auf diesem Gebiet und in Australien generell relativ schwer. Ein Nachteil ist auch, dass ich kein „Native English Speaker“ bin. Sofort anfangen koennte ich dagegen als Erntehelfer, in Fleischfabriken oder auf dem Bau. Die typischen Backpacker Job eben.
Gearbeitet habe ich schon. Es waren aber nur 2 Tage. Der Job bestand aus dem Zusammenstellen von Verkaufsordnern fuer eine Firma, die Unterlegwaren fuer Teppische herstellt. Der Job war eine Eingliederungsmassnahme fuer Australier, die koerperliche Einschraenkungen haben. Meine Aufgabe war hauptsaechlich Aufkleber auf die Beispiel der unterschiedlichen Typen von Unterlegwaren zu kleben, Deckblaetter in die Ordner zu packen und die fertigen Ordner in Kisten zu verpacken. Eine sehr einfache Arbeit. Zwischendurch zeigte uns der Organisator auch die Fabrik. Jetzt ist mir bekannt, wie Matratzen hergestellt werden. Die Unterlegwaren werden aus alten Schaumstoffresten hergestellt und nur mit einer duennen Farbschicht bedeckt. Sehr einfacher Prozess und sicher auch kostenguenstig. Der Lohn fuer den Job duerfte ca 160 Aus $ betragen. Fuer eine Stunden gab es 16,81 Aus $ davon werden 29% Steuern und 9% Super (Rentenversicherung) abgezogen. Das Geld gibt es erst eine Woche spaeter. Auslaender muessen so einen hohen Steuersatz bezahlen und sich ebenfalls an der Rentenversicherung beteiligen. Das Geld kann man aber bei der Ausreise zurueckfordern. Insgesamt ist die Rentenversicherung aber sehr gut geloest. Jeder spart 9% von seinem Gehalt (staatliche Angestellte erhalten glaube ich noch mehr) und kann es konservativ, risikoreich oder in einer guten Mischung anlegen lassen. Somit sorgt jeder fuer sich.
Insgesamt war meine Jobsuche trotzdem erfolgreich. Ich habe 2 Angebote fuer Jobs in den Skigebieten von Australien – den Snowy Mountains. Ein Job als Housekepper (Hausmeister) und Kellner in der Mt. Hotham Region und einen als Manager eines Lebensmittelgeschaefts in Falls Creek. Bisher habe ich noch keinen Vertrag unterschrieben - er sollte laengst in der Post sein. Der 1. Job wuerde bereits ab 19. Mai beginnnen. 2 Tage Training am Wochenende und dann folgt die Fahrt auf den Berg. Die Konditionen: 250 Dollar die Woche, freie Kost und Logis sowie einen Skipass. Sehr gutes Angebot. Der 2. Job als Manager soll am 28. Mai starten. Konditionen: 980 Dollar pro Woche, Essen und Unterkunft muss selber bezahlt werden. Die Unterkunft kostet ca. 140 Dollar die Woche und muss mit einem anderen Mitarbeiter geteilt werden. Einen Skipass gibt es leider auch nicht. Bei diesem Job besteht aber die Moeglichkeit mit einem Snowmobile oder einem Allradauto zu fahren. Die Lebensmittel muessen an einer Truckstation entladen werden und zum Geschaeft gefahren werden. Es werden auch Lebensmittel an Gaeste und Restaurant geliefert (aehnlich einem Pizza-Service) . Die Waren muessen aber bei jedem Wetter transportiert werden. Ich habe mich fuer den Managerjob entschieden, Vorteil: anspruchsvoller und mehr Geld – Nachteil: weniger Zeit fuers Snowboarden sowie teuere. Bevor ich den Job anfangen kann muss ich aber erst noch dorthin fahren. Problem: Ein Busservice startet erst eine Woche nach dem ich meinen Job anfangen muss. Mal schaun, wie ich das loesen kann. Aus diesem Grund werde ich wahrscheinlich Ende naechste Woche nach Canberra fliegen und mir die Hauptstadt anschauen. Anschliessend weiter nach Albury und von dort dann hoffentlich mit dem Bus oder einem anderen Transportmittel nach Falls Creek fahren.
Ausfluege:
In den letzten 20 Tagen war ich u.a. am ANZAC Day mit Zim in Noosa Head – einem etwas gehobeneren Badeort. Die Fahrt dorthin mit Zim’s Auto war interessant. Vor Ort liefen wir durch den Nationalpark und bestaunten die tollen Straenden. Eine Schildkroete liess sich auch blicken. Nachmittags paddelten wir mit Kayaks den Fluss entlang. Leider hatten wir keine Schwimmsachen an und unsere Hinterteil wie auch der Ruecken wurden komplett durchnaesst.
An einem Wochenende ging es mit Claudia, die ich im Hostel kennengelernt hatte erst auf die Insel North Stradebroke Island und am naechsten Tag in den Lamington Nationalpark. Am Sonnabend fuhr uns die Freundin von Andy (meinem Vermieter) sehr frueh zur Faehre. Sie arbeitet in diesem Stadtteil als Managerin eines Restaurants. Bei Ihr koennt ich auch als Kellner arbeiten. Sie meinte der Weg zur Arbeit waere zu lang – ca. 1h Zugfahrt. Weil ich in den naechsten 10 Tagen abreisen werden, habe ich mich leider nicht weiter darum bemueht. Vielleicht ueberleg ich mir es aber noch.
Mit der Faehre ging es dann ca. 25 Minuten zur Insel und dann weiter mit dem Bus zum nordoestlichtes Punkt. Auf der Insel gibt es nur 2 Ort mit 2 grossen Strassen. Am besten erkundet „Straddie“, wie es von den Einheimischen genannt wird, mit einem eigenen Allradauto. Wir erkundeten ein Stueck der Insel zu Fuss. Wunderbare, endlose Straende erwarteten uns. Bei diesem Ausflug war ich das erstemal in Australien baden – wurde aber auch seit nach so lange Zeit und bei diesen Straenden. Abends schauten wir uns noch den Sonnenuntergang musikalisch untermalt von dem Geschrei der Papageien / Sittiche, die es hier in Mengen gibt, an. Abends traf ich Andy’s Freundin zufaellig in der Stadt auf dem Buddha Festival wieder – die Welt ist klein. Der Abschluss des Tages bildet ein Feuerwerk ueber dem Brisbane River und dem Hintergrund der Skyline.
Am naechsten Tag musste ich frueh aufstehen und mich auf den Weg zu „meinem altem Hostel“ machen. Dort traf ich mich mit Claudia. Eine Bekannter von Ihr aus Deutschland, der seit 8 Jahren in Australien lebt, holte uns ab (Robert, so ist sein Name – wurde gestern uebrigens australischer Staatsbuerger. Er arbeitet als Forscher an der Universitaet). Etwas 3 Stunden fuhren wir durch karge Landschaften mit Farmen. Am Ende ging es ca. 30 km in Form von Serpentinen bis auf eine Hoehe von 1000 Meter. Der Uebergang von Busch zum Regenwald ist nicht fliessend, sondern beginnt abrupt, wie eine Linie. Unsere Wanderung fuehrte uns ca. 4 Stunden durch dichten Regenwald mit Bauemen, die einige Meter an Umfang haben und sehr alt sind – Redwoods. Viele dieser Baume sind mehr als 1000 Jahr alt. Zum Teil sind sie von Feigenbaueme erobert wurden, die sich wie Arme um den Baum schlingen. Wunderschoene Wasserfaelle gab es auf den Weg ebenfalls zu bewundern. Im Park gibt es viele Kilometer Wanderwege und man koennte mehr als einen Tag hier wandern, wenn es Uebernachtunsmoeglichkeiten gaebe. Nach einer Staerkung und der Bewunderung von Wallaybies ging es ueber die Autobahn wieder nach Brisbane.
Am Mittwochen, den 10. Mai, hatte ich wieder mal Glueck. Andy’s Freund und 3. Mitbewohner musste geschaeftlich nach Coffs Harbour Richtung Sydney. Er traf sich dort mit seinem Vater, der einen Kaffeebewerter ist, eine Kaffeeschule (Personaltraining) besitzt und auch eigenen Kaffee roestet. Alex setzte mich in Byron Bay ab, einen Bucht mit traumhaften Straenden sowie Wildlife. Ich wanderte am Strand entlang Richtung oestlichsten Landpunkt von Australien. Hier durfte ich Schildkroeten und Delphine in Natur bewundern. Wahnsinn. Das beste war aber, die Beobachtung eines Wal. Sehr weit draussen auf dem Meer sah man den Wal ausatmen (Wasser ausblasen) und ab und an auch eine Flosse. Freudliche Australier leihten mir Ihr Fernglas aus. Den restlich Tag verbrachte ich am Strand und genoss diesen Fleckchen Erde. Am Nachmittag lieft ich nochmal zum Leuchtturm, um den Sonnenuntergang ueber der Bucht zu erleben. Byron Bay ist als Ausflugsziel nur zu empfehlen.









