Seit heute Mittag bin ich quasi wieder in der Zivilisation, zurueck in Adelaide. Morgen geht es gleich wieder in Nichts. 3000 Kilometer nach Perth mit einem Mittelklassewagen. Wiedereinmal ein Relocation-Deal. Aber wie begann alles und was passiert bisher…
Meine Jobsuche in Adelaide fuer einen Farm- oder Stationjob war nicht erfolgreich. Entweder musste man vor Ort wohnen, ein Auto haben, ein bestimmtes Ticket (Schein) vorweisen, einen LKW-Fuehrerschein haben oder der Job begann erst Ende December. Alles nicht das Richtige, denn ich wollte so frueh wie moeglich anfangen, um mein Visa zu verlaenger. Dafuer muss ich 3 Monate in der „Landwirtschaft“ arbeiten und ich habe quasi nur noch 3 Monate und 2 Wochen, dann ist das Jahr schon rum. Am Ende habe ich mich fuer Woofing entschieden. Arbeiten gegen Kost und Logi, aber ohne Lohn. Wie es aussieht kann ich am 17.12. auch erstmal fuer 2 Wochen suedlich von Perth an der Westkueste arbeiten.
Weil die Jobsuche sich zu hingezogen hat (Fruitpicking haette ich wieder sofort gehen koennen), entschied ich mich fuer einen Trip in Red Centre um den Ayers Rock (Uluru), das Icon von Australien zu bestaunen. Die Orga beanspruchte einige Zeit. Als Zeitvertrieb besucht ich mit meinem Mitfahrer – Gregor aus Thueringen ein A-League Spiel (Bundesliga in Australien). Vor ca. 12.000 Zuschauern spielte Adelaide United mit Paul Agostino (ehemals 1860 Muenchen) gegen Newcastle Jets. Das Spiel war eher langweilig, erst die letzten 15 Minuten waren unterhaltsam. In dieser Viertelstunden fielen 3 Tore eines wurde wegen Foul nicht gegeben und am Ende stand es 1:1. Das spielerische Niveau wuerde ich vielleicht mit der Regionalliga oder 2. Bundesliga in Deutschland vergleichen. Jedenfalls war es eine Erfahrung wert. Die restliche Zeit bis zum Start unsere Reise am 24.11. verbrachte ich in der Bibliothek und besuchte noch das South Australia Museum, die Art Gallerie und North Adelaide.
Die Fahrt nach Alice Springs via Oodnadaatta Track
Am 24.11., einem Sonnabend holte ich den Allradwagen, einen Toyota Landcruiser vom Office ab. Das Auto ist wirklich ein „Schiff“, mit dem kann man fast ueberall hin fahren. Leider schluckt es auch 15 Liter Diesel auf 100km… Das lag wahrscheinlich auch daran, dass wir eine Box auf dem Dach hatten, die wir unbedingt mitnehmen mussten (wenigsten waren Campingstuehle darin. Diese sollten wir nach Alice Springs nehmen. Dort angekommen sagten sie uns wir haben hier zu viele…gute Kommunikation).
Wir fuhren aus Adelaide Richtung Norden durch die Hills. Die Landschaft wurde dann flach und es gab nur Weizenfelder so weit das Auge reicht. Spaeter wechselte die Landschaft zu Steinen und Wueste mit ein paar Bueschen. Diese Landschaft begleitet uns fast denn ganzen Trip. Es ist aber schon interessant wie unterschiedlich das Outback aussehen kann, ein Typ Landschaft zieht sich aber auch ca. 300 km hin…
Unser erste Stop war die Flinders Range – eine Gebirgszug ca. 400 km noerdlich von Adelaide. Eine tolle Landschaft. Wir uebernachten nach einer kurzen Wanderung und einem Test der Gelaendefaehigkeiten des Autos (wir fuhren einen „Scenic Drive“) auf einem Parkplatz. Ich schlief im Auto und Gregor im Freien mit Schlafsack. Am Morgen wurde es ziemlich kalt. Gegen 6 Uhr frueh ging es weiter. Das frueh aufstehen wurde belohnt in dem wir eine Menge Kaengaruhs entlang der Strasse gesehen haben. In Wilpena Pound bestiegen wir den Mount Olsen Baagge (?). Von hier hat man eine super Ausicht und ist ganz allein am Morgen. Weiter ging die Reise mit einer Rundfahrt mit tollen Ausblicken (Razorback Lookout) auf einer sehr holprigen Strasse durch die Flinders Ranges. Der Toyota faehrt wie auf Schienen durchs Gelaende. Die Fahrt ging weiter nach Norden. Die geterrte Strasse wurde zur unbefestigten Strasse. Die Autos weniger. Wir fuhren an einer der groessten Kohlenminen in Australien – Leigh Creek – vorbei weiter zum Ausgangspunkt des Oodanatta Tracks nach Mareee. Von hier aus sind es 200 km bis zum naechsten Ort – dazwischen ist nichts…Nach 25 km passiert uns dann etwas was nicht passieren sollte. Wir hatten einen kaputten Reifen. In Marree hatte ich mir die Reifen noch angeschaut und festgestellt, dass dieser nicht gerade der Beste ist… Nach einem ersten Schock wechselten wir den Reifen u.a. mit Hilfe der Bedienungsanleitung des Wagen. Diese diente als Unterlage, weil sonst der Wagenheber (Jack) zu kurz war. Ohne Ersatzrad wollten wir nicht weiter fahren. Daher ging es wieder zurueck nach Marree. Wir kauften denn wahrscheinlich teuersten Reifen unseres Lebens – 290 A$ (ca.180 Euro) – nur ein Reifen – ok das Aufziehen war inklusive… Normalerweise nimmt man auch 2 Ersatzreifen mit, dass war wahrscheinlich die Warnung fuer unsere Leichtigkeit. Mit Wasser ca. 15 Liter hatten wir aber vorgesorgt. Von jetzt an waren wir immer angespannt, besonders wenn viele kapute Reifen am Weg lagen – und davon gab es Mengen… Nach 200 km Wueste und immer wieder staunen wenn man ueber eine Kuppe kommt, dass dahinter das selbe ist wie vorher oder die Strasse manchmal mit der Umgebung verschmilzt erreicht wir William Creek ( angeblich 2 Einwohner und die kleinste Stadt Australiens). Hier wurden uns ein Bunkbett in einem alten Eisenbahnwagen ohne Klimaanlage und mit viel Sand vom letzten Sturm fuer 25 Dollar angeboten. Diesen lehnten wir dankend ab und setzten unsere Fahrt fort. Mitten in Wueste uebernachten wir dann wieder. Autos trafen wir keine. Der Sternehimmel war fantastisch. Auf dem Weg nach William Creek faehrt man u.a. an einem der groessten Seen Australiens vorbei – dem Lake Eyre – einem Salzsee. Weiterhin sieht man viele alte Ruinen von der fruehren Eisenbahnstrecken und auch sprudelnde Quellen (!). Letztere sind wirklich einmalig. Man faehrt durch eine Wueste aber darunter ist eine riesiges Wasserbasin und ab und an kommt diesen in Quellen an die Oberflaeche. Eine Wasserloch heisst „Blubber“ und das Wasser blubbert dort wirklich aus dem Boden. Genial. Auf der Strecke durchfaehrt man auch viele Flussbette, die trocken sind und durchquert eine der groessten Viehstationen (Cattle Station) in Australien – die Anna Creek Station. Wie man in dieser Umgebung Kuehe halten kann… Ab und an haben wir auch Pferde und Kaengaruhs gesehen.
Nach unsere Nacht in der Wueste ging es weiter nach Oodnattata. Zwischendrin kam uns die Idee: „Wir koennten ja unsere 290 Dollar Ersatzreifen nutzen oder?“ Denn der andere Hinterreifen zeigte auch Verschleisserscheinungen. Also haben wir nochmal mitten im Nichts Reifen gewechselt. Diesmal braucht wir nur die Haelfte der Zeit
. Von Oodnattata ging es weitere 200 km nach Marla. Hier musste wir unseren Schlucktspecht (das Auto) wieder betankten. Jetzt wurde uns auch die Outback Preise fuer Sprit bewusst. In Marla war es noch 1.78A$, den teuersten Diesel tankten wir auf der Rueckfahrt nach Adelaide fuer 1.87A$ an der Kings Creek Station am Kings Canyon. In Marla waren wir erleichtert ohne einen weiteren kaputten Reifen den Highway zu erreichen, auf der anderen Seite war dieser aber auch Langweilig. Wir fuhren fast bis Alice Springs. Kurz vorher (100 km) ging es noch zum Rainbow Valley, einer schoenen Rockformation. Dieses Tal war auch der Platz fuer unsere letzte Nacht mit diesem Auto. Die Temperaturen waren angenehm. Gregor schlief draussen und ich im Auto. Am fruehen Morgen nahmen wir die letzte Etappe nach Alice Springs in Angriff, dass wir gegen Mittag erreichten.
Alice Springs
In Alice Springs checkten wir in Annie’s Place ein, was vielleicht nicht die beste Idee war. Das Hostel ist gut, wenn man auf deren Tour geht. Die Leute bleiben nur einen Tag gehen auf die 3 Tage Rock Tour und bleiben noch eine Nacht ehe sie wieder abreisen. Das schlimmst fuer mich aber waren die Temperaturen. Wir hatten ein 10-Bett Zimmer und die Klimaanlage konnte denn Raum nicht kuehlen. Der Raum war auch in der 1.Etage und darueber nur das Dach und das bei Temperaturen um die 40 Grad. Die Hoechsttemperatur war glaube ich Freitag, am 30.11. mit 44 Grad. Bei diesen Temperaturen musst ich nur trinken, Hunger hatte ich kaum. 6 Liter am Tag waren normal. In der Stadt sieht man auch viele Aboriginies, u.a. weil Alice Springs die groesste Stadt in einem Umkreis von vielleicht 1000 km ist und ein Krankenhaus hat.
Jedenfalls nach dem wir unser Auto vom roten Sand befreiten und abgegeben hatten, wurde uns die trockene Hitze auf unserem Rueckweg ca. 5km in die Stadt bewusst. Ab und an gibt es auch noch Wind, der einem heissen Luft ins Gesicht blaesst. Die 5 Tage in Alice Springs sollten lang werden. Ich begab mich daher am Abend auf eine 2$ Tour durch Alice Springs, die vom Hostel angeboten wurde. Es ging zum Friedhof, wo einige bekannte Persoenlichkeiten liegen (u.a. Lassater), zur Telegraf Station – dem Ursprung von Alice Springs und zum ANZAC Hill, von dem wir den Sonnenuntergang mit einer Dose Bacardi Cola (war inklusive) bewunderten. Nicht schlecht fuer eine 2$ Tour, der Guide erklaerte uns auch viele Dinge. Mittwoch, den 28.11. erkundte ich ein wenig den Botantischen Garten, aufgrund der Hitze suchte ich aber schnell klimatisierte Raeume, wie die Bibo oder den Supermarkt auf u.a. auch um Getraenke zu kaufen. Donnerstags besuchte ich die Royal Flying Docters – was ganz interesannt war u.a. wurde einem bewusste, was fuer eine Risiko die Fahrt ist. Was machst Du, wenn Du einen Unfall hast… Eine kurze Dideridoo Session (eine halbe Stunden reicht nicht aus zum spielen) und eine Bummel durch die Einkaufsstrassem, die mit Souvenir Shops gespickt ist rundete den Tag ab. Die Naechte im Hostel waren immer schlimm, durch die Hitze konnte ich kaum Schlafen. Freitag war sich so verrueckt und wanderte bei dieser Hitze insgesamt 20 km – zum Desert Park und zurueck. Im Desert Park, der ca. 8km ausserhalb der Stadt liegt kann man Tiere und Pflanzen der Wueste bestaunen und einem wird bewusst, wie lebendig das Outback doch ist. Sehr interessant sind auch die Reptilen und Nachtaktiven Tiere z.B Springmaus oder Billy. Sonnabend wollte ich eigentlich auch meine Tour ins Palm Valley gehen nur leider kam der Bus nicht und ich wurde nicht vorher informiert. Also liess ich mir mein Geld erstatten und auf dem Rueckweg nahm ich spontan an einer anderen Tour fuer 90$ teil. Der Bus hielt gerade vor dem Hotel. Die Tour ging in die Western McDonnald Range, eine Bergkette, die sich westlichen von Alice Spring erhebt. Der hoechst Berg ist ca. 1500 Meter hoch. Das Red Centre ist also alles andere als flach. Die Tour war interessant, leider macht mir die Hitze wieder zu schaffen. Es gab Schluchten und Wasserloecher sowie Lookouts zu sehen. Gelegenheit zum Baden gab es auch, leider hatte ich nichts mit. Das konnte ich aber am naechsten Tag nachholen.
Den letzten Tag in Alice Springs stand ich sehr frueh auf (4.30 Uhr !), um mit der lokalen Wandergruppe entlang einer Bergkuppe zu wandern. Die Aussicht war genial und es war auch noch nicht so heiss. Die meisten Leute der Gruppe arbeiten im Krankenhaus von Alice Springs und kommen aus verschieden teilen von Australien. Nach der 3,5 stuendigen Wanderung fuhr ich noch mit jemanden ans Wasserloch. Das Wasser war wirklich schoen kalt und an diesem Tag waren es nur ca. 37 Grad. Wir verbrachten den ganzen Nachmittag dort. Das Beste war, die ganze Wanderung und die Fahrt zum 80km enfernten Wasserloch hat mich nichts gekostet. Dafuer konnte ich interessante Leute kennenlernen und habe wahrscheinlich einiges gesehen, was viele Touristen leider verpassen. Viele kommen nur nach Alice Springs, um dann eine Tour zum Ayers Rock (Uluru) zu machen, aber die Umgebung von Alice bietet noch mehr. Man sollte aber besser im australischen Winter hierher kommen als im Sommer (Es sei den man liebt diese Saunatemperaturen).




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