Wiedermal gibt es einen Bericht von letztem Jahr. Ich hoffe in den naechsten Tage kann ich wieder up-to-date sein und ueber jetzige Ereignisse schreiben. Auf Farmen ist der Internetzugang eben nicht so einfach. Die Farmen sind meist einige Kilometer von der neachsten Siedlung entfernt und ich bin auf die Nutzung des Internets der „Gastgebern“ angewiesen.
Adelaide to Perth
Nach meiner Ankunft von der 2000km weiten Reise von Alice Springs in Adelaide, sollte es am neachsten Tag gleich weiter nach Perth gehen. Am Tag vor der Abreise organisiert ich mir noch meinen ersten Woof-ing (willing worker on organic farms) Host in Donnybrook (200km suedlich von Perth), um meine 3 Monate „Farmarbeit“ fuer das 2. Visajahr zu absolvieren. Sonntag vormittag holte ich meinen fahrbaren Untersatz von der Apollo Autovermietung ab. Der Unterschied zu Britz ist, dass man bei Apollo keinen Deposit von 1000 A$ von seiner Kreditkarte hinterlassen muss, sondern eine Art Blanco-Scheck fuer seine Kreditkarte hinterlegt. Dafuer muss aber bei der Buchung des Autos eine Anzahlung von 250 A$ geleistet werden. Am Ende spart man damit aber Gebuehren fuer die Nutzung der deutschen Kreditkarte, die augrund der Prozentbasis bei 1000 A$ wesentlich hoeher sind. Leider gab es bei diesem Angebot auch kein Benzingeld.
Mit dem leicht-tuerkis Farben Toyota Camry, einem Mitteklassewagen, ging die Reise wieder die selbe Strecke vom Tag vorher Richtung Norden nach Port Augusta. Das Auto hat ein sehr sinvolles Feature – Cruise Control oder auf Deutsch – Tempomat. Bei den endlos langen geraden Strassen mit wenig Verkehr war das sehr hilfreich. Bei den Fahrten nach und von Alice Spring legten wir immer das Lonely Planet Buch unter das Gaspedal, weil beide Autos keinen Tempomat hatten und wir fast nur einen konstante Geschwindigkeiten fuhren. Ohne das Buch tat mit nach 20 Minuten der Fuss weh. Aber zurueck zur Reise nach Perth.
Nach Port Augusta beginnt das Outback. Anstatt nach Norden ging die Reise diesmal Richtung Westen. Viel zu sehen gab es nicht – ausser baumloser Landschaft und ein Minenstadt (Iron Knob). Nach einigen 100 Kilometern fuehrte die Strasse durch bewaldetes Gebiet ehe sich das Szenario neben der Strasse in unendliche Weizenfelder verwandelte. Meine erste Nacht verbrachte ich im Auto auf einem Parkplatz an den Polda Rock (einem Granitfelsen) in der Naehe von Wudinna. Ich vermissten den bequemen Schlafplatz in unserem Motorhome und die damit verbunden Flexibilitaet. In Wudinna gibt es auch ein Motel, man muss demnach nicht im Auto schlafen. Aber ich wollte nicht nur fuers Schlafen fuer 8 Stunden in einem Bett einiges an Geld ausgeben. Am Abend schauten ich mir noch den Granitfelsen an, der einer kleinen Version vom Ayers Rock aehnelt. Nur einige Kilometer weiter ist ein groesser Felsen, aber wiedermal fuehrte nur eine unbestigte Strasse dorthin und nach meiner Erfahrung mit Reifenplatzern wollte ich nicht viel riskieren. Mit Toyota durfte ich wieder nur befestigte Strassen fahren und nicht in der Nacht.
Am naechsten Tag ging die Reise weiter. Ich durchfuhr u.a. einen Ort mit unzaehligen typischen Outback-Windmuehlen, die Wasser aus Brunnen pumpen. Dieser Ort ruehmt sich die meisten Windmuehlen zu haben, leider ist mir der Name entfallen. In Ceduna tankte ich wiedermal und stellte fest, dass das Benzin wieder immer teuere wurde. Nach Ceduna praesentiere sich die Umgebung langsam baumlos. Die Nullarbor – die baumlose Ebene naeherte sich. Die Klippen an der Kueste der Nullarbor oder der Great Australien Bight, wie der Teil des Meeres genannt wird, waren eines der wenigen Highlights auf dieser Reise. Aehnlich wie an der Great Ocean Road sind die Klippen ca. geschaetzte 100 Meter hoch und koennen von mehren Aussichtspunkten besichtigt werden. Ich nahm mir die Zeit und hielt an allen an. Gegen Abend naeherte ich mich der Grenze von South Australia zu Western Australia. Die Uhr musste ich wiedermal zurueckstellen. Schildern am Strassenrand weissen einem auch darauf hin. Weil mir der Unterkunft am Roadhouse fuer den angeboten Preis nicht zusagte schlief ich wieder mal auf einem Parkplatz auf der Rueckbank im Auto. 30$A fuer ein nicht besonders sauberes Bett in einem Container war mir zuviel fuer die Nacht.
Am Abend vorher machte ich leider den Fehler und tankte an der „Grenze“ fuer 1.75 $A Normalbenzin. In Eucla – die erste Siedlung nach der „Grenze“ war der Benzin um einiges guenstiger, der billigste Preis auf der ganzen Strecke in der Nullarbor. Vor dem „Grenzuebertritt“ musste ich noch meine gekauften Aepfel an der Quarantaenestation abgeben. Nach Western Australia darf man wie in anderen australischen Staaten kein Obst oder Gemuese einfuehren.
In Eucla schaute ich mir die alte Telegraphenstation in den Sandduenen an und machte ein paar Fotos von den Wegweisern mit den Entfernungsangaben u.a. auch einer Werbung fuer eine 800km enfernten Campingplatz in Esperance. An diesem Tag fuhr ich ueber 1000km – es gab einfach nicht viel zu sehen. Erwaehnenswert ist noch Balladonia – in der Nahe stuerzte Teile der US-Raumfahrtstation Skylab ab. Im Roadhouse in Balladonia gibt es ein Museum mit einigen Infos darueber. An diesem Ort findet man auch die Geschichte ueber die Nullarbor „Jungfrau“ – die nackt durch dieses Gebiet wandelt. Leider habe ich bis auf ein paar Emus keine anderen „grossen“ Lebewesen gesehen – keine nackte Frau und auch keine Kamele, wie auf den typischen Warnschildern(siehe Bild ganz links im Header – am Anfang meines Blogs). Auf meinem weiteren Weg nach Norseman, dem westliche Ende der Nullarbor, unternahm ich noch einen Abstecher zur Fraser Range Sheep Station (?). Eine netter Platz, der auch Ubernachten anbietet und von dem man einen gute Aussicht auf die mit bis zum Horizont gesaeumten Baeumen bestueckte Umgebung hat. Die baumlose Ebene endet bereits an der State Border(Grenze) und vor Balladonia beginnt eine der groessten Eukalytuswaelder Australiens. Zu erwaehenen ist auch noch das laengste Stueck gerader Highway in Australien – 145km nur gerade aus…unglaublich.
In Norseman – einer Goldminen-Stadt uebernachtet ich in einem kleinen Hostel, der Lodge 101. Ich hatte keine Lust wieder im Auto zu schlafen. Der Preis war ok und ich war der einzige Gast im einzigen 4 Bett-Zimmer. Das Zimmer war direkt am Wohnhaus angebaut und diente vorher wahrscheinlich als Abstellraum. War aber klein und fuer die Nacht ok. Am Abend und am naechste Morgen schaute ich mir ein wenig die Siedlung an. Neben ein paar Kamelstatue aus Blech und alten Minengeraeten war die Abraumhalde, welche wie eine Art aegyptische Pyramide aussieht, die nennenswerten Sehenswuerdigkeiten. Vom Visitor Center liess ich mir noch eine Urkunde fuer die erfolgreiche Durchquerung der Nullarbor austellen, ehe die Fahrt Richtung Sueden nach Esperance ging. Auf der Strecke nach Esperance schaute ich mir noch einige Granitfelsen und Rockformation an, die aber nicht so spektakulaer waren. Die Landschaft praesentierte sich wieder in unendlichen Weizenfeldern. Interessant war eine Baumart, mit organgnen Blueten, spaeter lernte ich, dass es der Christmas Tree ist oder so aehnlich. Dieser Baum blueht nur zu Weihnachten und sticht aus der Landschaft heraus.
Esperance soll angeblich einige der schoensten Straende in Australien haben. Dagegen kann ich nichts einwenden. Leider war an diesem Tag nur ca. 20 Grad und realtiv kalt zum schwimmen. Ich wanderte die Kuestenpromade entlang und den Tanker Jetty, hier sah ich das erste mal Robben in Natur. Eine grosse und eine kleine Robben warten am Stand wo die Fische ausgenommen werden auf Leckerbissen. Als Unterkunft fuer die Nacht waehlte ich das Esperance Guesthouse. Das leckere Fruehstueck inklusive selbstgebackem Brot und gebruehten Kaffee war ein Highlight. Das geraeumige 4-Bett-Zimmer mit richtigen Betten hatte ich fuer mich allein. Aufgrund meiner Kilometerbegrenzung fuer das Auto (ueber 3000km kostet jeder Kilometer extra) besuchte ich leider nicht den Cape LaGrand Nationalpark.
Am naechsten Tag fuhr ich entlang des Great Ocean Drive (eine ca. 30km lange Strecke entlang der Kueste von Esperance) und stoppte an einigemal, um am Strand zu spazieren oder die Kuestenlandschaft zu bewundern. Auf dieser Strecke ist auch der Pink Lake, dessen Wasser aufgrund einer Baktieren oder Algenart (?) pink aussieht. Bei mir war er leider nicht pink… Spaeter lernte ich zum Thema Esperance noch aus der Zeitung, dass man vor ein paar Jahren eine erhebliche Belastung von Blei in der Umwelt festgestellt hat, und dass diese Belastung trotz Saeuberung noch immer besteht. Esperance war oder ist noch immer ein Verladehafen fuer Blei.
Meine Reise ging weiter Richtung Hyden, um mir den Wave Rock anzuschauen. Weg von der Kueste ging es wiedermal durch Weizenfelder (den Weathbelt) in das Landesinnere. Auffaellig sind auch die vielen Salzseen, die aufgrund des gesunkenen Grundwasserspiegels resultieren von der Rodung von Land entstanden sind. Am Nachmittag erreichte ich den kleinen Ort Hyden und den Wave Rock. Mein erster Eindruck war – Der Felsen ist ja viel kuerzer als auf den Bildern dargestellt. Nicht ganz 100 Meter lang sieht dieser Granitfelsen aus wie eine Wasserwelle. Die Formation wurde durch Regenwasser und jahrelange Erosion geformt (?). Neben dem Wave Rock gibt es noch eine Felsen, der wie ein Maul eines Nilpferden aussieht und einen Weg mit Hinweisschildern durch die Landschaft u.a. an einen kleinen Salzsee. Die letzte Nacht vor Perth verbrachte ich nochmal im Auto auf einem Parkplatz in der Naehe von Korodin mitten im Weizenguertel. Bis nach Perth ging es am darauffolgenden Tag durch kleinere Orte u.a. bleibt mir noch ein Schild in Erinnerung, auf dem der Ort einen Friseur sucht (Wortlaut: „Folgende Handwerksberufe sind zur Zeit gesucht: Hairdresser“).
In Perth angekommen musste ich mich wieder an den Stadtverkehr gewoehnen. Ich bahnte mir den Weg zum One World Hostel, welches fuer 2 Naechte meine zu Hause sein sollte. Nach dem einchecken gab ich das Auto am Flughafen ab und fuhr mit dem Bus zurueck in die Stadt. Am spaeten Nachmittag traf ich mich mit Claudia, die ich in Brisbane kennengelernt hatte und die seit einigen Monaten in Perth arbeitet. Wir hatte uns viel zu erzaehlen und verabredeten uns nochmal fuer den naechsten Tag. Ich schauten mir danach noch ein wenig die Stadt an und machte einen Ausflug in den Kings Park.
Am naechsten Morgen traf ich mich mit Julie zum Fruehstueck in Freemantle. Mit ihr arbeitete ich in Falls Creek zusammen. Es gab viel zu erzahlen. Gegen 10 Uhr hatte ich mich mit Claudia, ihrer Freundin aus Deutschland, die zum Urlaub in Australien weilte und ihrem Bekannten bei dem sie wohnten verabredet. Dieser Freund ist nach Australien ausgewandert, lebt seit ca. 2 Jahren hier und verdient sein Geld als Landschaftsgaertner. Wir schauten uns die touristischen Orte in Freemantle an u.a. das Shipwreck Museum. Fuer den Nachmittag hatte mich Julie zu einem BBQ (Grillen) bei ihrer Schwester eingeladen. Es gab u.a. gegrillten Oktopus und ich erfuhr einiges ueber einen moeglich Job bei einer Explorationsfirma. Diese sucht Leute, die auf Expedition gehen und ein GPS-Gereate tragen, waehrend der Partner ein magnetisches Geraet fuer die Erkundung von Mineralien mit sich fuehrt. Damit wird der moegliche Standort von Mineralien bestimmt. Die Daten werden anschliessend von Geologen ausgewertet. Interessant daran ist, das man im Land herum kommt und Uebernachtung und Essen bezahlt bekommt. Kann man ja mal ausprobieren, wenn es vielleicht auch ein bisschen monoton klingt. Den ganzen Tag mit einem Geraet durch die Landschaft laufen. Am Abend fuhren mich die Eltern von Julie noch zurueck in die Stadt in Hostel, wofuer ich sehr dankbar war. Im Hostel selber war ich im Prinzip nur zum schlafen. Im grossen und ganzen war das Hostel ok.
Am naechsten Tag wanderte ich mit meinem ganzen Gepaeck zum Bahnhof. Auf ging es in ein neues Abenteuer – Woofing in Donnybrook. Farmarbeit fuer 3 Monate an verschiedenen Orten ohne Bezahlung nur gegen Unterkunft und Essen. 3 Monate sind die Voraussetzung, um mein 2. Jahr Visa auf legalem Weg zu erhalten. Nach meiner Besichtigung von Workinghostels im Riverland in South Australia wollte ich nicht 3 Monate in Hostels verbringen. Auch rannte mir die Zeit davon. Bis zum geplanten Tauchurlaub mit Andreas waren es nur noch knapp 3 Monate.
Wiedereinmal ein sehr langer Bericht. Respekt und Anerkennung fuer die Leser, die den ganzen Bericht gelesen haben.




1 comment
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9. April, 2008 um 20:59
MrFluffy
„Vor dem “Grenzuebertritt” musste ich noch meine gekauften Aepfel an der Quarantaenestation abgeben. Nach Western Australia darf man wie in anderen australischen Staaten kein Obst oder Gemuese einfuehren.“
O.o? ist das nicht Schwachsinn? Als ob eine gedache Linie die Natur aufhalten würde oder warum darf man in einem Staat nicht Obst/Gemüse von einem Bundesland zum anderen mitnehmen? Wäre ja genauso als wenn ich nen Apfel an der Grenze von Sachsen abgeben müßte weil ich nach Thüringen weiterfahren will O.o