Von Donnybrook fuhr ich mit Bus nach Pemberton. An der Bushaltestelle wurde ich wieder von einem altem Landcruiser begruesst. Mit diesem Auto chauffierte mich Julian, mein Gastgeber fuer 4 Tage, zur 16 km entfernten Farm im Warren National Park. Sein Haus ist aus gerammter Erde gebaut und er selber fuehrte bis vor kurzem eine Firma, die diese Art von Haueser baut. Zur Zeit lernte er gerade den neuen Eigentuemer an. ER will mehr Zeit auf seiner Farm verbringen, daher hat er die Firma verkauft.
Den Strom fuer sein Haus produziert er ausschliesslich mit Solarzellen auf dem Dach – sehr umweltbewusst. Solarzellen fuer Elektroenergie findet man kaum in Australien dafuer aber viele fuer das Heizen von Warmwasser. Nur einmal, zu seinem Geburtstag musste er den Dieselgenerator anwerfen. Die angeheuerte Band und die dafuer noetige Buehne schluckten einfach zu viel Strom.
Mein Unterkunft war diesmal das Kinderzimmer von seinem Sohn. Zuerst fiel mir auf, dass das Haus auch keine Tueren hat, was sehr ungewohnt war (die Toilette hat auch keine Tuer…). Im Haus hat man gemerkt, dass Julian (mein Gastgeber) getrennt von seiner Frau und seinem Sohn lebt. Die Situation ist glaube ich nicht einfach fuer Ihn und ich muss sagen, dass er als Woofing-Host nicht zu empfehlen ist. Normalerweise nimmt er deshalb auch keine Woofer.
Das Essen war ok und es wurde mir sehr viel fluessige Nahrung angeboten. Einmal bestellten er Pizza fuer uns im Pub im Ort und wir mussten sie abholen. Leider kehrte er bei Bekannten ein und am Ende musste ich die Pizza ca. 2 Stunden spaeter mit ihm vom Pub abholen. Die Rueckfahrt zur Farm durfte ich ebenfalls mit seinem Toyota Landcruiser uebernehmen. Danach gab es noch einige Diskussion ueber Konsum, Umwelt und die heutige Gesellschaft (u.a. weigert er sich Steuern zu zahlen, weil der Staat diese seiner Meinung nach nicht sinnvoll einsetzt). Ganz wohl fuehlte ich mich bei meinem Aufenthalt daher nicht.
Meine Arbeit in den 4 Tagen bestand darin den Gemuesegarten von Unkraut zu befreien. Der Garten war komplett zugewachsen. Leider war der Job nicht sehr nachhaltig, denn ich sollte nur das Unkraut rumpfen – quasi wie Gras maehen. Bei meiner Befreiungsaktion fand ich nicht nur Gemuese im Garten sondern auch eine andere Pflanze…
Ein weitere Job war das Beschneiden von Baeumen. Neben vielen Oliven- und Macademianuss-Bauemen, hat die Farm auch einige Plantagen fuer Baeume, die zu Nutzholz verarbeitet werden. Die dafuer bestimmten Baeume durfte ich von Aesten entfernen, weil der Stamm so wenig Kerbe wie moeglich aufweisen sollte, um einen guten Preis zu erzielen. Mein Werkzeug war ein Hand-Saege mit verlaengertem Arm. Auf die Dauer war das ueber Kopf arbeiten anstrengend.
Weil er keinen Fernseher hatte, schmoekerte ich Abends in Buechern. Einmal besuchten wir auch seine Ex-Frau und seinen Sohn in Pemberton. Sie reiste viel in Ihre Jugend als Rucksackreisende durch Europa und konnte einige abenteuerliche Geschichten erzaehlen. Ich bin froh, dass es heute so gute Kommunikationsmoeglichkeiten gibt.
Am 10. Januar wechselte ich quasi auf die andere Strassenseite zur Avocado-Farm, wo ich seitdem haengengeblieben bin.




No comments yet
Kommentar-Feed für diesen Beitrag